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Dominionismus, Technokratie, Gesellschaftstransformation, neue Weltordnung

Die Neo-Kuyperianischen Sphären Martin Erdmann, CH-Basel Kuypers Theologie der „Sphären“ wurde im Lauf der letzten hundert Jahre ständig revidiert, um sie dem jeweiligen geschichtlichen und kulturellen Kontext anzupassen. Sie bildete die Grundlage des theologischen Paradigmenwechsels in der Beziehung Kirche und Staat, der mit dem Aufkommen des Neo- Evangelikalismus einherging. In der Fachliteratur wird dieser Umschwung für das Aufkommen des „Dominionismus“ verantwortlich gemacht. Im Folgenden wenden wir uns einigen Aussagen Loren Cunninghams zu, die charakteristisch dafür sind, wie Evangelikale diese Ideen in ihre Missiologie integriert haben. Die dominionistische Grundnote dieser Gedanken tritt dort deutlich in Erscheinung, wo das Verständnis der christlichen Unterweisung der Gläubigen weltweit so umdefiniert wird, dass damit das Verändern von kulturellen, politischen und ökonomischen Systemen gemeint ist. Cunningham schreibt: „Jesus hat uns befohlen, hinzugehen und alle Nationen zu Jüngern zu machen. In der Vergangenheit sind wir als Missionare in Länder gegangen, boten das Evangelium dar und unterwiesen die Menschen im Lesen und Schreiben. Wir haben uns nicht daran beteiligt, die jeweiligen Landesregierungen in Politik und Ökonomie zu unterrichten. Wir haben dies den Marxisten überlassen. In den Ländern der Dritten Welt nahmen sich die Kommunisten die jungen Männer vor, die in Missionsschulen ausgebildet worden waren, und lehrten sie die Kunst des Regierens. Gott sagt uns jetzt aber: ‚Ich weiß mehr als irgendjemand anderes, wie man ein Land regiert. Ich weiß mehr als du über die Landwirtschaft und Fischerei. Ich weiß mehr über dein Geschäft und über Ausbildung. Ich weiß, wie man am besten kommuniziert und die Massenmedien einsetzt. Ich möchte dich meine Prinzipien lehren, so dass du anderen zeigen kannst, alles zu befolgen, was ich geboten habe. So werden wir eine große Ernte an Seelen einfahren. Ich habe dich berufen und möchte, dass du Erfolg haben wirst. Du musst mir nur gehorsam sein.’ Jesus hat verheißen, die Erde den Sanftmütigen, den Barfüßigen zu geben; und denen, die ihre Rechte an ihn abgetreten haben. Er möchte von uns, dass wir die Nationen der Erde als sein Erbe ansehen. Er verheißt uns, dass wir alles gewinnen werden, wenn wir alles aufgeben.“ Loren Cunningham, Winning God’s Ways, YWAM, 1988, S. 132. Das Konzept der „Sphären“ kann Dieser Artikel ist sicherlich für Nicht-Theologen schwer verständlich. Wir drucken ihn aber – mit freundlicher Genehmigung des Autors – dennoch in seiner ursprünglichen Form ab, weil er zur Gesamtthematik dieser Ausgabe einige interessante Aspekte liefert. Die Redaktion „Diese sieben Sphären des Einflusses werden uns helfen, Kulturen für Christus umzugestalten.“ – Loren Cunningham, Winning God’s Ways, YWAM, 1988, S. 134. War es reiner Zufall, dass Loren Cunningham und Bill Bright fast identische geistliche Visionen hatten, in denen Gott ihnen neue Wege aufschloss, um alle Nationen unter die Herrschaft Gottes zu bringen? Teilte Gott ihnen wirklich „gesellschaftliche Kategorien“ mit, die den „sieben Sphären des kirchlichen Einflusses“ entsprechen würden? Oder könnte man vielleicht vermuten, dass sich beide die wesentlichen Eckpunkte der Lehren Abraham Kuypers zu eigen gemacht haben? Die letzte Möglichkeit mag das wahrscheinlichere Szenario sein, denn Kuyper ist für die Propagierung des modernen Konzepts der „Sphären-Souveränität“ bekannt geworden. Als Bill Bright Student am Princeton Theological Seminary war, kam er sicherlich mit den Lehren Kuypers in Berührung, denn dort wurde das Abraham Kuyper Center for Public Theology1 eingerichtet. 1 http://libweb.ptsem.edu/collections/kuyper/ about.aspx?menu=298&subText=470 G e m e i n d e g r ü n d u n g N r . 9 8 , 2 / 0 9 29 nicht isoliert von Kuypers Idee der „allgemeinen Gnade“ betrachtet werden. Wikipedia definiert die „Sphären-Souveränität“ wie folgt: „Die Bedeutung der „Sphären- Souveränität“ im Neocalvinismus ist, dass jede Lebenssphäre ihre eigenen Verantwortungsbereiche und Autorität oder Kompetenz besitzt und auf gleicher Ebene mit anderen Lebenssphären steht. Unter „Sphären-Souveränität“ versteht man, dass Gott eine neue Ordnung geschaffen hat und das alles unter der Sphäre göttlicher Kontrolle steht. Diese umschließt das Bildungswesen, die Kirche, den Staat, die Landwirtschaft, die Ökonomie, die Familie und die bildenden Künste. Es wird darauf bestanden, dass geschaffene Grenzen und historische Differenzen bejaht und respektiert werden.“ Der auf Wikipedia veröffentlichte Artikel über den Neocalvinismus2 bietet eine gute Zusammenfassung der verschiedenen Glaubenspositionen dieser modernen Bewegung. Es ist interessant, festzustellen, dass das von Chuck Colson und Nancy Pearcey geschriebene Buch How Now Shall We Live (Tyndale, 1999) als eine der wichtigsten Ressourcen in der Selbstdarstellung dieser Bewegung zitiert wird. Auf dem Weblog3 des Acton Instituts wird Richard Mouw, Rektor des Fuller Theological Seminary, ebenso als ein Befürworter des Neocalvinismus erwähnt. Obgleich die meisten Christen meinen, dass diese Bewegung sich aus dem Calvinismus entwickelte, wo es ursprünglich tatsächlich Fuß fasste und aufblühte, hat sie sich seit Jahrzehnten im Fuller Theological Seminary eingenistet und Kuypers Lehren grundsätzlich neugestaltet. Einige Generationen evangelikaler Studenten sind mit dieser neuen Form des Neocalvinismus im Vorlesungssaal konfrontiert worden. Die gesamte evangelikale Welt wurde dadurch nachhaltig beeinflusst. David Engelsma, Professor der Dogmatik und des Alten Testaments an der theologischen Hochschule der „Protestant Reformed Church“ in Grandville, Michigan, brachte 2003 in einer Debatte mit Richard Mouw die kritischen Aspekte des Neocalvinismus zur Sprache. Engelsma zufolge liegt das theologische Problem haupt- 2 http://en.wikipedia.org/wiki/Neo-Calvinism 3 http://www.acton.org/publications/randl/articles. php?id=411 sächlich in Kuypers Konzept der „allgemeinen Gnade“. Im Folgenden werden wir einige Punkte der Kritik Engelsma4 aufgreifen: „Die Weltsicht der allgemeinen Gnade, die Abraham Kuyper sich vor etwas weniger als einhundert Jahren erträumt hat, geht davon aus, dass Gott neben seiner Absicht, eine Kirche durch Jesus Christus zum Heil zu führen, mit dieser Schöpfung und Geschichte ein anderes Ziel verfolgte, nämlich die Entwicklung einer guten, frommen und Gott verherrlichenden Kultur. Gott verwirklichte diesen kulturellen Zweck mit der Schöpfung und Geschichte, indem er eine bestimmte Gnade den nicht wiedergeborenen, ungläubigen Menschen verlieh. Diese allgemeine, kulturelle Gnade Gottes bewirkt Wunder in den Gottlosen. Sie hält die sündigen Tendenzen in ihnen zurück, so dass sie nicht völlig verdorben sind, wie sie es sonst wären. Sie befähigt diese gottlosen, ohne Christus lebenden Männer und Frauen, im alltäglichen Leben Dinge zu tun, die wahrhaft gut und gottgefällig sind. DieBösenwerdendadurchbefähigt, eine Kultur zu errichten, eine in einer Gesellschaft oder Nation sich ausgestaltende, umfassende Lebensweise, die Gott verherrlicht … Die Weltsicht der allgemeinen Gnade betört diejenigen, die ihren Dunst einatmen, mit der freudigen Erwartung eines irdischen Triumphes des Königreiches Gottes mittels der Gründung einer guten, frommen Kultur in der Geschichte. Charles Colson meint, dass eine Kooperation der Evangelikalen mit den Römisch- Katholischen im Errichten einer Kultur, die von einem biblischen Weltbild ausgeht, immer noch – dank der allgemeinen Gnade – die Kulturkämpfe gewinnen und die Gesellschaft erlösen könne. Trotz eines weit verbreiteten Pessimismus, der davon ausgeht, dass die Evangelikalen den Kulturkampf verloren hätten, ist Colson optimistisch … Obgleich Abraham Kuyper ein nüchterner Amillennialist in seiner Theologie gewesen war, wurde er ein betörter Postmillennialist in seiner Befürwortung der Weltsicht der allgemeinen Gnade. Die Kooperation der Gläubigen mit Ungläubigem im Errichten einer guten Kultur kraft allgemeiner Gnade würde in der 4 http://www. p r c a . o r g / p r t j / a p r 2 0 0 5 . htm#%A0The%20Reformed%20Worldview%20 on%20Behalf%20of%20a%20Godly%20Culture ‚Christianisierung’ der Nationen, wenn nicht der ganzen Welt enden. Die Aufgabe der Kirche als Organismus dürfe nicht weniger als die Transformation menschlicher Gesellschaft sein, indem sie in Einklang gebracht wird mit den Prinzipien des christlichen Glaubens. … Kuyper zielt darauf ab, … die ‚Christianisierung’ der Gesellschaft zu fördern … die ‚Christianisierung’ der Gesellschaft würde beinhalten, dass alle Aspekte des menschlichen Lebens in Konformität mit christlichen Prinzipien gebracht werden müssen.’ … Der presbyterianische Theologe William D. Dennison vertritt in einem veröffentlichten Artikel der Evangelical Theological Society die These, dass der von Abraham Kuyper ins Leben gerufene niederländische Neocalvinismus, das Ziel verfolge, die von der Aufklärung beeinflusste Kultur umzugestalten und sie unter die Herrschaft Jesu Christi zu stellen. Kuypers Weltsicht der allgemeinen Gnade sei jedoch mehr ein Kind der Aufklärung und Modernität gewesen als eine Bewegung, die darauf abzielte, den historischen, orthodoxen Calvinismus zu bewahren. Der reformierte Glaube betrachtet das irdische Leben unter dem Vorzeichen der ‚Wolke von Zeugen’ in Hebräer 11. ‚Im Glauben sind diese alle gestorben, ohne die Erfüllung der Verheißungen erlangt zu haben; nur von ferne haben sie diese gesehen und freudig begrüßt und bekannt, dass sie nur Fremdlinge und Gäste auf der Erde seien; denn wer ein solches Bekenntnis ablegt, gibt dadurch zu erkennen, dass er ein Vaterland sucht. Hätten sie nun dabei an jenes Vaterland gedacht, aus dem sie ausgewandert waren, so hätten sie Zeit zur Rückkehr dorthin gehabt; so aber tragen sie nach einem besseren Vaterland Verlangen, nämlich nach dem himmlischen. Daher schämt sich auch Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; er hat ihnen ja bereits eine Stadt als Wohnung Abraham Kuyper 1837-1920 30 G e m e i n d e g r ü n d u n g N r . 9 8 , 2 / 0 9 1) Die Auswirkung dieser Lehre der „Sphären-Souveränität“ auf die zwei Gründer der prominentesten und größten evangelikalen Missionsgesellschaften hat die Ausrichtung der modernen Missionsbewegung von Grund auf verändert. Von einer ursprünglichen Fokussierung auf die Verkündigung des Evangeliums ging man nun dazu über, die Kultur, Politik und Ökonomie der Nationen zu verändern, indem man innerhalb dieser gesellschaftlichen „Sphären“ zu wirken begann, um sie radikal umzuändern. Ungeachtet dessen, was die ursprüngliche Absicht Kuypers gewesen sein mag, ist dies die der Realität entsprechende Schlussfolgerung. Das biblische Evangelium des ewigen Heils wurde umfunktioniert in ein irdisches „Evangelium des Königreiches“. 2) Wenn nun C. Peter Wagner öffentlich mit seinem Dominionismus in den Vordergrund tritt und gewisse Gefolgsmänner in seinem „apostolischen Weltreich“ diesen „Sphären“ zuordnet, wird es Zeit, dass man davon Kenntnis nimmt und versucht zu begreifen, was sich hinter all diesem Bemühen verbirgt. Die Konsequenz aus der Anwendung der Lehren Kuypers kann nichts weniger als ein umfassender Despotismus im Namen Christi sein. ©www.verax.ws: Verax Institut; Discern